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Wianki in Krakau: Ihr Fahrplan für das Sommerfest

Nach einem langen Tag zwischen Wawel, Weichselboulevard und den engen Gassen von Kazimierz braucht ihr in Krakau keinen weiteren Programmpunkt, den man nur von außen betrachtet.

Wianki in Krakau: Ihr Fahrplan für das Sommerfest

Ihr braucht einen Abend, an dem die Stadt selbst zur Bühne wird: mit Musik am Fluss, Blumenkränzen in den Händen, warmen Juniabenden und diesem besonderen Krakauer Talent, Tradition nicht ins Museum zu stellen, sondern mitten ins Stadtleben zu holen.

Genau dafür steht Wianki. Das dreitägige Sommerfest verbindet die slawische Kupala-Nacht mit Konzerten, Silent Discos, Freiluftveranstaltungen und dem alten Brauch, geflochtene Kränze auf die Weichsel zu setzen. Das Wianki-Krakau-Programm und der Ablauf verteilen sich dabei nicht auf einen einzigen Festivalplatz: Die Hauptbühne steht am Powiśle, weitere Veranstaltungen finden unter anderem am Barbakan, im Innenhof des Collegium Maius, in den Planty und im Viertel Wesoła statt.

Die Ausgabe 2026 läuft vom 19. bis 21. Juni unter dem Motto „Między ogniem a wodą“, also „Zwischen Feuer und Wasser“. Der Eintritt zu den großen Freiluftveranstaltungen ist frei. Das macht Wianki zu einem der unkompliziertesten und zugleich stimmungsvollsten Termine im Krakauer Sommerkalender.

Slawische Wurzeln und moderne Inszenierung: Was Wianki eigentlich feiert

Wianki geht auf die slawische Kupala-Nacht zur Sommersonnenwende zurück. Im Mittelpunkt standen damals Feuer, Wasser, Blumen und die Hoffnung auf Glück, Liebe und eine gute Zukunft. Junge Frauen flochten Kränze aus Blumen und Kräutern, setzten Kerzen hinein und ließen die Kränze auf dem Fluss treiben. Aus ihrer Bewegung auf dem Wasser wurden Zeichen für das kommende Jahr gelesen.

In Krakau ist daraus kein folkloristisches Schauspiel mit Abstand zum Publikum geworden. Die Tradition bleibt sichtbar und wird zugleich in ein modernes Stadtfest übersetzt. Ihr könnt selbst einen Kranz binden, Musik hören, durch verschiedene Veranstaltungsorte ziehen und später beobachten, wie die Blumenarrangements auf der Weichsel treiben. Das Ritual funktioniert gerade deshalb so gut, weil es nicht erklärt werden muss, bevor man daran teilnehmen darf.

Das Festival trägt die alte Symbolik weiter, ohne sie künstlich zu verklären. Feuer und Wasser sind dabei keine bloßen Dekorationselemente. Sie bilden den roten Faden des Festes: das warme Licht der Kerzen, die Reflexe auf dem Fluss, die Sommernacht über den Boulevards und die Bewegung zwischen Konzert, Spaziergang und nächtlichem Tanz.

Wianki ist kein Festival, das ihr von Anfang bis Ende an einem Ort konsumiert. Es ist ein Abend, den ihr euch durch Krakau hindurch selbst zusammensetzt.

Die große Stärke liegt in dieser offenen Form. Es gibt eine Hauptbühne und feste Programmpunkte, aber keine zwingende Reihenfolge. Wer am frühen Abend mit dem Kränzebinden beginnt, kann später zu einem Konzert am Powiśle gehen und danach noch in Richtung Barbakan oder Collegium Maius weiterziehen. Wer vor allem wegen der Musik kommt, kann die Tradition trotzdem beiläufig mitnehmen. Und wer das eigentliche Ritual sucht, muss sich nicht durch ein überladenes Festivalgelände kämpfen.

Warum der Termin für eine Krakau-Reise gut passt

Wianki findet rund um die Sommersonnenwende statt, also in einer Zeit, in der die Tage lang und die Nächte angenehm mild sein können. Das verändert den Rhythmus der Stadt. Ihr müsst nicht schon am Nachmittag aufbrechen, um etwas zu erleben. Ein Spaziergang durch die Altstadt, ein spätes Abendessen in Kazimierz und anschließend der Weg zum Fluss lassen sich gut miteinander verbinden.

Plant trotzdem nicht zu knapp. Bei einem freien Stadtfest mit geschätzt 50.000 bis 100.000 Besuchern können Wege, Brücken und Uferbereiche deutlich voller sein als an einem gewöhnlichen Juniabend. Besonders rund um die Hauptbühne am Powiśle und die späteren Abendveranstaltungen lohnt es sich, frühzeitig eine gute Position zu suchen.

Das Programm am Powiśle: Konzerte, Hauptbühne und der richtige Abendplan

Das Powiśle ist der zentrale Anlaufpunkt für die großen Konzerte. Die Bühne liegt am Weichselufer unterhalb des Wawel und verbindet damit zwei typische Krakauer Landschaften: die historische Silhouette der Burg und die offene, sommerliche Atmosphäre am Fluss.

Für 2026 sind auf der Hauptbühne unter anderem diese Auftritte vorgesehen:

UhrzeitActWas ihr einplanen könnt
17:30 UhrZutaEin guter Auftakt, wenn ihr früh am Powiśle sein möchtet
18:30 UhrLorDer Abend nimmt musikalisch weiter Fahrt auf
19:45 UhrMela KotelukEin zentraler Konzertpunkt vor dem späteren Höhepunkt
21:00 UhrSw@da x NiczosSpäterer Hauptact mit besonderer Energie
bis etwa 21:50 UhrBühnenprogrammZeitfenster für den Abschluss des Abendprogramms

Diese Zeiten geben euch einen brauchbaren Rahmen, ersetzen aber nicht den Blick auf die aktuelle Tagesplanung vor Ort. Bei einem mehrteiligen Stadtfestival können sich Zugänge, Aufenthaltsbereiche und einzelne Abläufe anders anfühlen als bei einem Konzert mit nummerierten Plätzen. Rechnet also nicht damit, dass ihr fünf Minuten vor Beginn direkt vor der Bühne landet, wenn ihr einen bestimmten Auftritt unbedingt sehen möchtet.

Wer mehrere Konzerte hören will, sollte sich den Abend nicht mit zu vielen Ortswechseln vollstellen. Meine praktische Empfehlung: Sucht euch für die Hauptbühne zwei oder drei feste Punkte aus und lasst dazwischen bewusst Luft. Wianki lebt nicht nur von den Bands, sondern auch vom Weg dazwischen, vom Blick auf die Weichsel und von den kleinen Momenten, in denen plötzlich neben euch jemand einen Blumenkranz bindet.

So kommt ihr mit einem entspannten Zeitplan durch den Abend

Ein angenehmer Ablauf kann so aussehen:

1. Beginnt am späten Nachmittag mit dem Kränzebinden. Rund um Powiśle gibt es kostenlose Stationen, an denen ihr euch euren eigenen Kranz gestalten könnt. Ihr müsst dafür keine floristische Erfahrung mitbringen. Gerade die etwas unperfekten Kränze wirken am Ende oft persönlicher als sorgfältig arrangierte Dekorationen.

2. Bleibt zunächst in der Nähe der Hauptbühne. Wenn ihr die frühen Konzerte hören möchtet, habt ihr kurze Wege und müsst euch nicht schon zu Beginn durch die Stadt bewegen.

3. Nutzt die Pause vor dem späteren Hauptact für Essen und Getränke. Bei großen Freiluftveranstaltungen werden Stände und gastronomische Bereiche schnell voller. Ein früher Snack ist angenehmer als die Suche nach etwas Essbarem kurz vor 21 Uhr.

4. Reserviert den späteren Abend für Licht, Wasser und Nachtprogramm. Nach dem Bühnenprogramm könnt ihr weiterziehen oder euch am Ufer einen ruhigeren Platz suchen. Das klassische große Feuerwerk gehört nicht mehr zum Fest: Wegen des städtischen Feuerwerksverbots setzt Wianki auf Musik, Lichtinstallationen und die Atmosphäre am Fluss.

Wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, ist der frühe Teil des Abends besonders passend. Die Kränzestationen sind niedrigschwellig, die Wege am Fluss bieten Abwechslung, und ihr müsst nicht bis tief in die Nacht bleiben, damit sich der Besuch lohnt. Für Gruppen von Freunden darf der Abend dagegen ruhig später werden: Die unterschiedlichen Orte machen es leicht, sich zwischendurch zu trennen und später wieder zusammenzufinden.

Kränzebinden und Weichsel-Ritual: Der persönlichste Teil des Festivals

Das Kränzebinden ist nicht nur ein hübscher Programmpunkt für Fotos. Es ist der Teil von Wianki, bei dem ihr selbst vom Zuschauer zum Teilnehmer werdet. Die kostenlosen Stationen befinden sich unter anderem im Bereich Powiśle. Außerdem gibt es einen Wettbewerb für den schönsten Kranz.

Für euren eigenen Kranz braucht ihr vor allem Zeit und etwas Geduld. Die Materialien werden im Rahmen der Stationen bereitgestellt; vor Ort geht es weniger um perfekte Symmetrie als um das Zusammenspiel aus Blumen, Grün und einer stabilen Form. Wenn ihr später eine Kerze einsetzt, sollte der Kranz so gearbeitet sein, dass sie sicher sitzt und nicht bei der ersten Bewegung verrutscht.

Ein paar praktische Gedanken helfen:

  • Bindet den Kranz nicht zu locker. Auf dem Wasser verliert sich ein instabiler Kranz schnell in einzelnen Zweigen und Blüten.
  • Überladet ihn nicht. Leichtere, handlich gebundene Kränze treiben besser als schwere Gebinde.
  • Nehmt euch Zeit für die Form. Ein schmaler, sauber geschlossener Kranz lässt sich leichter auf das Wasser setzen.
  • Achtet auf die Kerze. Sie gehört zur Symbolik, ist aber offenes Feuer. Haltet Abstand zu trockenen Materialien und folgt den Anweisungen der Helfer.
  • Rechnet mit Wartezeiten. Die Stationen sind kostenlos und beliebt. Besonders vor dem Abendprogramm kann es voller werden.

Traditionell wurden aus dem Treiben der Kränze auf der Weichsel Zeichen für die Zukunft gelesen. Heute steht weniger die Vorhersage im Vordergrund als das gemeinsame Ritual: Hände, die Blumen flechten; kleine Lichter, die sich auf dem Fluss bewegen; Menschen, die für einen Moment nicht fotografieren, sondern schauen.

Gerade hier zeigt sich, warum Wianki mehr ist als eine Konzertreihe mit folkloristischem Zusatz. Das Fest hat einen eigenen Ablauf, der nicht ausschließlich auf der Bühne stattfindet. Ihr nehmt etwas mit, das ihr selbst gemacht habt, und gebt es später dem Fluss zurück. Das ist einfach, sinnlich und sehr Krakau.

Was ihr zum Kränzebinden besser nicht erwartet

Der Wettbewerb für den schönsten Kranz kann natürlich einen spielerischen Ehrgeiz wecken. Trotzdem solltet ihr nicht mit dem Anspruch hingehen, ein professionelles Blumenarrangement abzuliefern. Die Qualität von Wianki liegt nicht in einer einheitlichen Optik. Manche Kränze werden sorgfältig komponiert sein, andere sehen spontan und etwas wild aus. Beides passt zum Charakter des Festes.

Wenn ihr den Wettbewerb spannend findet, schaut euch die Arbeiten in Ruhe an und betrachtet sie als Teil des Programms. Wenn ihr einfach nur einen Kranz für das Ritual flechten möchtet, genügt eine halbe Stunde mit offenen Augen und geschickten Händen.

Wianki abseits der Hauptbühne: Silent Discos, Innenhöfe und mehrere Standorte

Die Frage nach den Wianki-Krakau-Standorten ist berechtigt, denn das Festival lässt sich nicht auf das Weichselufer reduzieren. Neben den Open-Air-Konzerten gibt es Veranstaltungen an historischen und ungewöhnlichen Orten. Dazu gehören Silent Discos am Barbakan und im Innenhof des Collegium Maius. Auch Planty und Wesoła gehören zum weiteren Festgeschehen.

Diese Orte geben Wianki eine ganz andere Textur. Am Powiśle habt ihr Weite, Flussluft und eine klassische Konzertkulisse. Der Barbakan wirkt kompakter und historischer, während der Innenhof des Collegium Maius eine deutlich intimere Atmosphäre schafft. In Wesoła wiederum könnt ihr das Festival mit dem kreativeren, urbaneren Krakau verbinden, das tagsüber leicht übersehen wird, wenn ihr nur zwischen Marktplatz und Wawel unterwegs seid.

Silent Disco: Das richtige Format für Nachtschwärmer

Eine Silent Disco funktioniert anders als ein Konzert. Ihr bekommt Kopfhörer und bewegt euch zur Musik, die nur über das persönliche Tonsignal zu hören ist. Für Außenstehende entsteht dadurch ein amüsantes Bild: Viele Menschen tanzen gemeinsam, während der Ort selbst vergleichsweise leise bleibt.

Für Wianki passt dieses Format erstaunlich gut. Es bewahrt die besondere Architektur der Orte und erzeugt trotzdem eine ausgelassene Nachtstimmung. Im Innenhof des Collegium Maius wird daraus keine gewöhnliche Clubnacht, sondern eine Begegnung zwischen historischem Raum und moderner Musik. Am Barbakan liegt der Reiz stärker im Kontrast zwischen mittelalterlicher Befestigungsanlage und leuchtenden Kopfhörern.

Wenn ihr eine Silent Disco besuchen möchtet, prüft den jeweiligen Zugang und die Uhrzeit im aktuellen Tagesprogramm. Nicht alle Veranstaltungen an verschiedenen Orten funktionieren automatisch nach demselben Prinzip wie die freie Hauptbühne. Der Eintritt zu den großen Freiluftveranstaltungen ist kostenlos, einzelne Formate können jedoch organisatorisch eigene Regeln haben.

Wie ihr die verschiedenen Orte sinnvoll verbindet

Versucht nicht, an einem Abend jeden einzelnen Standort abzuhaken. Krakau sieht auf der Karte kompakt aus, aber bei vielen Menschen werden selbst kurze Wege langsam. Außerdem gehören Kopfsteinpflaster, Brücken und volle Uferwege zu einem Festivalabend dazu.

Besser funktionieren diese Kombinationen:

  • Powiśle und Wawel: Ideal für Kränzebinden, Hauptbühne und einen Spaziergang am Fluss.
  • Altstadt, Planty und Collegium Maius: Gut für alle, die Kulturprogramm und historische Architektur verbinden möchten.
  • Powiśle und Barbakan: Eine passende Abfolge, wenn ihr erst Konzerte und später eine Silent Disco erleben wollt.
  • Kazimierz und Wesoła: Sinnvoll für einen Abend, der mit Essen und Bars beginnt und in einem alternativeren Veranstaltungsumfeld endet.

Wer in Kazimierz übernachtet, sollte den Rückweg nicht erst im letzten Moment planen. Gerade nach dem Ende des Bühnenprogramms können Taxis, Fahrdienste und öffentliche Verkehrsmittel stärker ausgelastet sein. Bei warmem Wetter ist ein Spaziergang in Richtung Zentrum oft die schönste Lösung, sofern ihr noch genügend Energie habt und euch auf volle Wege einstellt.

Der beste Wianki-Abend besteht nicht aus möglichst vielen Stationen, sondern aus dem richtigen Wechsel: ein wenig Tradition, ein gutes Konzert, etwas Flussluft und genug Zeit zum Bleiben.

Vom Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen: Das Konzert zum Sonnenaufgang

Für die Ausdauernden endet Wianki nicht mit dem letzten großen Abendauftritt. Am Sonntagmorgen schließt das Programm traditionell mit einem Konzert zum Sonnenaufgang am Weichselufer. Der Beginn ist für ungefähr 3:30 Uhr am Bulwar Poleski vorgesehen.

Das ist kein Programmpunkt, den man beiläufig zwischen zwei anderen Veranstaltungen mitnimmt. Ihr müsst euch bewusst dafür entscheiden, die Nacht zu verlängern. Dafür bekommt ihr eine Stimmung, die sich deutlich von der Hauptbühne unterscheidet: weniger Festivalbetrieb, mehr Weite, Müdigkeit und das langsame Hellerwerden über dem Fluss.

Wenn ihr zum Sonnenaufgangskonzert gehen möchtet, legt euch vorher einen einfachen Plan zurecht. Entscheidet, ob ihr die ganze Nacht unterwegs bleibt, zwischendurch in die Unterkunft zurückkehrt oder euch mit Freunden an einem festen Ort trefft. Nehmt eine zusätzliche Schicht Kleidung mit, denn selbst ein warmer Junitag bedeutet nicht automatisch eine warme Stunde vor Sonnenaufgang. Bequeme Schuhe sind wichtiger als ein besonders festliches Outfit.

Auch etwas Wasser und ein kleiner Snack können den Unterschied machen. Nach mehreren Stunden Musik ist die Auswahl an offenen gastronomischen Betrieben naturgemäß nicht dieselbe wie am frühen Abend. Wer später noch in Richtung Unterkunft laufen möchte, sollte den Weg vorher grob kennen, statt erst am Flussufer die Orientierung zu suchen.

Für wen sich das Morgengrauen wirklich lohnt

Das Sonnenaufgangskonzert ist besonders schön für Menschen, die Krakau gern über seine Zwischenzeiten kennenlernen. Nicht die laute Hauptbühne, sondern der Übergang zwischen Nacht und Morgen steht hier im Vordergrund. Ihr seht die Weichsel, wenn die Stadt noch nicht vollständig in den Tagesbetrieb zurückgekehrt ist, und erlebt den Abschluss eines Festes, das mit Blumen, Wasser und Licht arbeitet.

Wenn ihr am nächsten Morgen einen frühen Ausflug plant, solltet ihr allerdings ehrlich mit eurer Energie umgehen. Wianki und ein voller Tagestrip in die Umgebung Krakaus lassen sich kombinieren, aber nicht unbedingt ohne Abstriche. Für eine Wanderung oder einen langen Ausflug in die Tatra ist Schlaf kein Luxus, sondern schlicht praktisch.

Essen, Kleidung und Orientierung: Was den Wianki-Abend angenehmer macht

Wianki ist kostenlos, aber nicht völlig unkompliziert. Ein wenig Vorbereitung hilft, ohne dass ihr den Abend durchorganisieren müsst.

Essen zwischen Konzert und Fluss

Rund um die großen Veranstaltungsorte gibt es gastronomische Angebote, doch bei einem stark besuchten Fest kann die Schlange länger sein als erwartet. Plant deshalb eine richtige Mahlzeit vor dem Hauptprogramm ein, besonders wenn ihr mit Kindern oder einer größeren Gruppe unterwegs seid.

Kazimierz eignet sich für ein spätes Essen vor dem Festival, während ihr in Richtung Powiśle näher an der Veranstaltung bleiben könnt. Für einen entspannten Abend ist es sinnvoller, satt zum Konzert zu gehen und vor Ort nur noch einen kleinen Imbiss, etwas Süßes oder ein Getränk einzuplanen. So verliert ihr nicht den besten Bühnenmoment an einer Warteschlange.

Kleidung für einen langen Abend draußen

Am Nachmittag kann Krakau sommerlich warm sein, während es am Wasser später deutlich frischer wird. Ein leichter Pullover oder eine dünne Jacke gehört deshalb in den Rucksack. Dazu kommen Schuhe, in denen ihr mehrere Stunden auf befestigten Wegen, Wiesen und Kopfsteinpflaster stehen könnt.

Von hohen Absätzen würde ich für Wianki abraten. Nicht, weil sie grundsätzlich unpassend wären, sondern weil sie an diesem Abend schlicht gegen euch arbeiten. Das Festival führt euch über unterschiedliche Untergründe, und ein spontaner Wechsel des Standorts gehört fast automatisch dazu.

Orientierung ohne Stress

Legt euch vor dem Start zwei feste Treffpunkte aus. Bei einer großen Menschenmenge ist es erstaunlich schwer, sich allein über Nachrichten und Telefonanrufe wiederzufinden. Ein auffälliger Eingang, eine Brücke oder ein klar benannter Platz funktioniert besser als die vage Absprache, man treffe sich irgendwo am Fluss.

Hilfreich sind außerdem:

  • ein geladenes Mobiltelefon und gegebenenfalls eine Powerbank,
  • eine kleine Tasche statt eines großen Rucksacks,
  • eine wiederverwendbare Trinkflasche, sofern sie an den jeweiligen Veranstaltungsorten erlaubt ist,
  • Bargeld als Reserve, falls mobile Bezahlsysteme bei großem Andrang langsamer funktionieren,
  • ein vorher vereinbarter Rückweg zur Unterkunft.

Plant bei der Anreise nicht automatisch mit dem Auto. Das Zentrum und die Uferbereiche können rund um die großen Veranstaltungen voller sein, und die Parkplatzsuche kostet euch genau die Zeit, in der Krakau am schönsten wird. Öffentliche Verkehrsmittel, ein Fußweg oder eine Kombination aus beidem sind meist die entspanntere Wahl. Denkt aber daran, dass nach dem späten Programm nicht jede Verbindung genauso häufig fährt wie am frühen Abend.

Wianki 2026: Die wichtigsten Zeiten auf einen Blick

Für die Ausgabe 2026 könnt ihr euch zunächst an diesem groben Rahmen orientieren:

  • 19. bis 21. Juni 2026: dreitägiges Festival unter dem Motto „Zwischen Feuer und Wasser“.
  • Ab dem späten Nachmittag: Kränzebinden und weitere Freiluftaktivitäten.
  • 17:30 Uhr: Beginn des genannten Bühnenprogramms am Powiśle mit Zuta.
  • 18:30 Uhr: Auftritt von Lor.
  • 19:45 Uhr: Mela Koteluk.
  • 21:00 Uhr: Sw@da x Niczos.
  • Bis etwa 21:50 Uhr: Abendprogramm auf der Hauptbühne.
  • Später am Abend: Silent Discos und weitere Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten.
  • Sonntag gegen 3:30 Uhr: Konzert zum Sonnenaufgang am Bulwar Poleski.

Die vollständige Planung kann sich aus einzelnen Programmpunkten zusammensetzen, die nicht alle am Powiśle stattfinden. Schaut deshalb vor eurem Besuch noch einmal in den aktuellen Krakauer Kulturkalender und prüft, ob für den gewünschten Veranstaltungsort besondere Hinweise gelten.

Für 2027 steht der genaue Termin noch nicht fest. Wianki liegt üblicherweise am dritten Juniwochenende, aber daraus sollte man keinen verbindlichen Termin ableiten, solange die Stadt das Programm nicht veröffentlicht hat.

Mein Fazit: So erlebt ihr das mittsommerliche Krakau am besten

Wenn ihr nur für ein Konzert nach Krakau reist, werdet ihr am Powiśle bereits einen eindrucksvollen Abend haben. Das eigentliche Wianki-Erlebnis beginnt aber früher und endet später: beim selbst geflochtenen Kranz, beim Blick auf die Weichsel, beim Wechsel zwischen historischem Innenhof und nächtlichem Flussufer, vielleicht sogar erst mit dem Konzert im ersten Licht des Morgens.

Nehmt euch nicht vor, alles zu sehen. Entscheidet euch für einen Schwerpunkt: Tradition und Kranzritual, die Konzerte am Powiśle oder die ungewöhnlichen Nachtorte mit Silent Discos. Der Rest darf sich ergeben. Genau darin liegt der Charme dieses Sommerfestes. Wianki hat einen gut gefüllten Ablauf, aber es zwingt euch nicht in ein starres Korsett.

Packt bequeme Schuhe, eine leichte Jacke und ein wenig Zeit ein. Kommt früh genug für das Kränzebinden, bleibt für mindestens ein Konzert und lasst den Abend nicht dort enden, wo der Bühnenplan aufhört. Dann versteht ihr, warum Wianki zu den schönsten festen Terminen im Krakauer Sommer gehört: weil die Stadt ihre Geschichte nicht ausstellt, sondern sie mit Musik, Blumen und Wasser gemeinsam mit euch weiterfeiert.

Häufige Fragen

Wann findet Wianki in Krakau statt?
Die Ausgabe 2026 des Festivals läuft vom 19. bis 21. Juni.
Kostet der Besuch des Wianki-Festivals Eintritt?
Der Eintritt zu den großen Freiluftveranstaltungen des Festivals ist frei.
Wo genau findet das Wianki-Programm statt?
Das Programm verteilt sich auf mehrere Orte, darunter die Hauptbühne am Powiśle, der Barbakan, das Collegium Maius, die Planty und das Viertel Wesoła.
Gibt es bei Wianki ein Feuerwerk?
Nein, das klassische große Feuerwerk gehört nicht mehr zum Fest, da die Stadt ein Feuerwerksverbot erlassen hat.
Wie kann ich an dem traditionellen Kränzebinden teilnehmen?
Besucher können an kostenlosen Stationen, die sich unter anderem im Bereich Powiśle befinden, unter Anleitung eigene Kränze aus Blumen und Kräutern binden.
Wann endet das Festivalprogramm?
Das offizielle Programm schließt traditionell am Sonntagmorgen mit einem Konzert zum Sonnenaufgang ab, das gegen 3:30 Uhr am Bulwar Poleski beginnt.