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Krakauer Altstadt: Günstige Bars ohne Touristenfallen

Ihr steht nach einem langen Tag am Rynek Główny, die Füße sind platt, das Budget für den Abend ist begrenzt, und ihr wollt trotzdem nicht in eine der klassischen Touristenfallen laufen, in der ein…

Krakauer Altstadt: Günstige Bars ohne Touristenfallen

Ihr steht nach einem langen Tag am Rynek Główny, die Füße sind platt, das Budget für den Abend ist begrenzt, und ihr wollt trotzdem nicht in eine der klassischen Touristenfallen laufen, in der ein Bier plötzlich das Dreifache von dem kostet, was Einheimische zahlen. Genau für diese Situation – und zwar für jeden Abend, an dem ihr Lust auf ein Glas Bier, einen Shot oder einen Cocktail habt, ohne anschließend das Gefühl, abgezogen worden zu sein – gibt es in der Krakauer Altstadt eine durchaus überschaubare, aber sehr verlässliche Struktur. Wer sie einmal verstanden hat, kann sich den Abend fast komplett selbst zusammenstellen, ohne vorher zwanzig Bewertungen lesen zu müssen.

In Krakau – einer Stadt mit rund 200.000 Studierenden – ist das Ausgehen kein Luxus, sondern Alltagskultur. Die Altstadt und der gegenüberliegende Stadtteil Kazimierz sind die beiden Pole, an denen sich das Nachtleben ausrichtet. Die Altstadt liefert euch die bewährten Budget-Ketten, solide Bierpreise und ein paar thematische Nischenbars; Kazimierz ist der Ort, an dem Craft-Bier-Fans und alle, die es etwas ruhiger mögen, abends wirklich auftauchen. Wenn ihr wisst, welche Häuser wofür stehen, könnt ihr den Abend ziemlich entspannt planen.

Die Anker der Budget-Kultur: Pijalnia Wódki i Piwa und BaniaLuka

Die ehrlichste Antwort auf die Frage nach günstigen Bars in der Krakauer Altstadt führt euch fast immer zu einer der beiden großen polnischen Ketten: Pijalnia Wódki i Piwa und BaniaLuka. Das sind keine Geheimtipps – und genau das ist gut so. Geheimtipps sind in der Regel teuer oder schon lange keine mehr; was hier funktioniert, ist eine bewährte Mischung aus konsequenten Preisen, schneller Bedienung und einem Angebot, das sich an Leute richtet, die ein-, zweimal die Woche vorbeischauen, nicht an Touristen, die einmal in ihrem Leben hier sind.

Pijalnia Wódki i Piwa betreibt in der Altstadt mehrere Filialen, unter anderem in der Szewska 20 und der Floriańska 34, dazu eine weitere am Plac Nowy 7 in Kazimierz. Das Konzept ist überall gleich: Wodka-Shots und Bier stehen im Mittelpunkt, dazu kommen klassische polnische Snacks, die ihr in einem typischen Lokal so nicht erwarten würdet – Hering in Öl, Żurek, die säuerliche Mehlsuppe, und natürlich Pierogi in mehreren Varianten. Die Atmosphäre ist schlicht, die Tische stehen nah beieinander, die Musik kommt aus der Konserve, und die Karte hängt in polnischer Sprache an der Wand. Wer sich traut, nach dem Gericht zu fragen, das die Oma am Nebentisch gerade isst, bekommt in der Regel eine ehrliche Empfehlung. Das Preisniveau liegt konstant unten: Ein einfaches Bier oder ein klarer Shot kosten hier etwa 9 bis 11,50 PLN – und genau das ist der Punkt, an dem die Kette ihren Wert zeigt.

BaniaLuka – der Name geht auf den polnischen Begriff für eine kleine Badewanne zurück – funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, wirkt aber etwas lockerer und stärker auf ein jüngeres, studentisches Publikum zugeschnitten. Die Altstadt-Standorte liegen am Plac Szczepański 6, in der Szewska 13 und in der Floriańska. Die Getränkekarten sind auf günstige Shots, einfache Cocktails und eine solide Auswahl an Bier ausgelegt; das Interieur ist häufig ein bisschen wilder, mit Wandmalereien, Neon-Schriftzügen und gelegentlich einer ausgedienten Badewanne als Deko-Element. Cocktails bekommt ihr hier typischerweise zwischen 25 und 35 PLN, also deutlich unter dem, was thematische Bars sonst verlangen.

Beide Ketten sind die ehrlichste Form von „günstig in der Altstadt". Sie sind Ketten, ja. Aber sie sind Ketten, die ihren Preis halten, weil sie ihren Stammkunden verpflichtet sind und nicht nur den Touristen, die morgen wieder weg sind.

Was Bier und Cocktails in der Altstadt wirklich kosten

Wer in Krakau das erste Mal an einer Bartheke steht, ist oft überrascht, wie weit unten die Preise anfangen. Damit ihr nicht überrascht werdet, hier ein realistischer Rahmen, wie er sich in den meisten Bars der Altstadt und in Kazimierz zeigt – nicht jeder Preis gilt in jeder Bar, aber als Orientierung taugt er sehr gut.

GetränkPreisspanne in PLNUmgerechnet circaWo ihr es findet
Craft-Bier (0,5 l)15–203,50–4,80 €Kazimierz-Craft-Bars, vereinzelt Altstadt
Cocktail (Standard)25–356,00–8,50 €BaniaLuka, thematische Bars wie Cybermachina
Wodka-Shot / sehr günstiges Bier (0,5 l)9–11,502,20–2,80 €Pijalnia Wódki i Piwa
Traditioneller Snack (Pierogi / Żurek / Hering)14–223,30–5,20 €Pijalnia, BaniaLuka, einzelne Altstadt-Bars

Die Zahlen schwanken – das gehört in einer Stadt mit saisonalem Tourismus dazu – aber sie geben euch ein Gefühl dafür, wann ihr fair bedient werdet und wann nicht. In Pijalnia-Lokalen bekommt ihr für rund 10 PLN ehrliche Ware: ein kleines Bier oder einen klaren Shot, ohne Schnörkel. Wenn euch in der Altstadt für ein Bier plötzlich 28 PLN berechnet werden, steht ihr sehr wahrscheinlich in einer der Bars, die sich an Reisende richten, die den Unterschied nicht kennen.

Für 15 bis 20 PLN bekommt ihr in Krakau ein ordentliches Craft-Bier – das ist in der Altstadt schon die obere Mitte, und in Kazimierz eher der Einstieg.

Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: In Polen wird Bier häufig in 0,3- oder 0,5-Liter-Gläsern ausgeschenkt, und die Karte sagt euch, welche Größe ihr bestellt. Wenn der Preis ungewöhnlich hoch wirkt, liegt es oft daran, dass ihr versehentlich einen großen Krug bekommen habt. Fragt im Zweifel vorher nach, das gehört zum guten Ton und rettet euch gelegentlich ein paar Złoty.

Jenseits der Standard-Shots: Themenbars und Nischenkonzepte

Wenn ihr Lust auf etwas anderes habt als Wodka-Shots am Tisch, gibt es in der Altstadt ein paar Adressen, die ein eigenes Konzept verfolgen. Sie sind keine Geheimtipps im klassischen Sinn, aber sie lohnen dennoch einen Abend, weil sie die Atmosphäre der Altstadt spürbar verändern.

Das deutlichste Beispiel ist die Cybermachina in der Krakauer Altstadt. Das Konzept richtet sich an alle, die Lust haben, einen Abend nicht nur zu trinken, sondern auch zu spielen. Auf den Tischen liegen Brettspiele bereit, an Konsolen können Runden gespielt werden, und die Cocktails greifen das Thema auf – mit Namen, Farben und kleinen visuellen Details, die zur Spiel- und Pixelästhetik passen. Was die Cybermachina für euch interessant macht: Die Spiele sind im Preis inbegriffen, ihr zahlt also nur die Getränke, nicht pro Spielrunde. Das macht den Abend deutlich günstiger, als wenn ihr erst in eine Bar und dann noch in ein separates Spielecafé gehen würdet. Die Cocktails liegen preislich im normalen Rahmen der Altstadt – also etwa zwischen 25 und 35 PLN – und es gibt durchgehend alkoholfreie Alternativen für alle, die nicht trinken wollen, aber trotzdem mitfeiern möchten.

Daneben gibt es in der Altstadt einzelne Bars, die sich auf Live-Musik, Jazz, Wein oder besondere regionale Getränke spezialisiert haben. Diese Häuser sind nicht mehr in der untersten Preiskategorie – ein Glas Wein liegt hier leicht über dem, was ihr in Pijalnia für ein Bier zahlt – aber sie bieten dafür ein Erlebnis, das über das normale Kneipengefühl hinausgeht. Wenn ihr nach drei, vier Tagen Krakau das Gefühl habt, ihr kennt schon alles, lohnt sich genau dieser Blick über den Standardrand hinaus.

Wer in der Altstadt nicht nur trinken, sondern den Abend gestalten will, ist in einer Themenbar wie der Cybermachina mit etwa 25 PLN pro Cocktail dabei – und hat gleichzeitig ein Spiel auf dem Tisch.

Stare Miasto oder Kazimierz: Wo die Einheimischen wirklich trinken

Hier kommt der Teil, der für die meisten Besucher die eigentliche Überraschung ist: Die „günstigen Bars in der Krakauer Altstadt" sind eine solide Sache, aber die Einheimischen – und allen voran die große Studierendenschaft der Stadt – verbringen einen Großteil ihrer Abende nicht in Stare Miasto, sondern in Kazimierz, dem jüdischen Stadtteil auf der anderen Seite der Weichsel. Der Wechsel ist kurz, mit der Straßenbahn oder zu Fuß in zehn bis fünfzehn Minuten erledigt, und er verändert das Nachtleben grundlegend.

Kazimierz hat eine andere Atmosphäre: weniger touristische Inszenierung, mehr Wohnkiez, mehr Galerien, mehr Hinterhöfe, mehr Bars mit Charakter. Hier liegen die Craft-Bier-Adressen, die Biermenüs mit regionalen Brauereien, die Weinbars und die Cocktail-Lokale, die auf Qualität und weniger auf Schnelldurchlauf setzen. Auch eine Pijalnia-Filiale findet ihr am Plac Nowy 7 – ein Platz, der tagsüber als kleiner Markt funktioniert und abends zur offenen Bühne wird. Wenn ihr einmal gesehen habt, wie ein Kazimierz-Abend funktioniert, werdet ihr die Altstadt mit anderen Augen betreten: als hübsche Bühne für den ersten Abend, nicht als Zentrum des echten Nachtlebens.

Das bedeutet nicht, dass die Altstadt schlecht ist – im Gegenteil. Sie ist der richtige Ort für den ersten Abend, für ein schnelles Bier nach dem Wawel-Rundgang, für ein Glas Wein in einer der Bars rund um den Rynek. Aber wer mehrere Tage in Krakau ist und das Gefühl haben will, die Stadt wirklich zu trinken, der sollte mindestens zwei, drei Abende in Kazimierz verbringen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dort oft besser, weil die Konkurrenz dichter ist und die Stammgäste genauer hinsehen.

Wenn ihr wissen wollt, wo Krakau wirklich trinkt, geht abends nicht nur über den Rynek, sondern vor allem über die Weichsel nach Kazimierz.

Kulinarische Begleiter: Pierogi, Żurek und Hering für kleines Geld

Was viele Besucher unterschätzen, ist die Rolle der Snacks. In Krakau gehört das Essen zum Trinken dazu, nicht als separates Abendessen, sondern als Teil des Abends selbst. In den Budget-Ketten bekommt ihr für 14 bis 22 PLN kleine Gerichte, die weit über dem liegen, was ihr in einer durchschnittlichen westeuropäischen Bar an „Bar-Food" erwarten würdet.

Die Klassiker, die ihr in fast jeder Pijalnia-Filiale und in vielen BaniaLuka-Lokalen findet:

  • Pierogi – die polnischen Teigtaschen, handgeknetet und in der Altstadt meist mit Kartoffel-Quark, Kraut und Pilzen gefüllt, manchmal mit Fleisch oder süßer Fruchtfüllung. Eine Portion ist sättigend und kostet selten mehr als 18 PLN.
  • Żurek – eine säuerliche Mehlsuppe mit Wurst und Ei, sehr traditionell, sehr polnisch, oft für 12 bis 16 PLN. Für alle, die Krakau nicht nur trinkend, sondern auch essend kennenlernen wollen, ein Muss.
  • Hering in Öl (śledź w oleju) – ein Klassiker, der an der Theke häufig als Snack zum Bier oder Shot serviert wird. Preis meist zwischen 10 und 15 PLN, je nach Portion.
  • Bigos – ein deftiger Kraut-Eintopf mit Fleisch, in manchen Bars als Snack-Teller erhältlich. Preisbereich ähnlich wie Żurek.

Was diese Snacks für euren Abend konkret bedeuten: Wenn ihr in einer Pijalnia zu zweit je einen Shot und ein Bier bestellt, kommt ihr mit etwa 30 bis 40 PLN durch. Wenn ihr eine Portion Pierogi dazunehmt, seid ihr bei 50 bis 60 PLN – immer noch deutlich unter dem, was ihr in einer touristischen Altstadt-Bar für zwei Bier und ein paar „Bar Snacks" ausgegeben hättet. Krakau ist eine der wenigen Städte, in denen das Trinken mit Essen kombiniert tatsächlich günstiger ist, als beides getrennt zu planen.

Was bleibt – und was ihr euch für den nächsten Abend merkt

Wenn ihr in der Krakauer Altstadt abends eine ehrliche, günstige Bar sucht, müsst ihr nicht lange suchen: Die Pijalnia-Filialen und die BaniaLuka-Lokale geben euch für 9 bis 11,50 PLN ein Bier oder einen Shot und für 14 bis 22 PLN einen echten polnischen Snack – ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das in der Altstadt kaum zu schlagen ist. Wer ein paar Schritte weiter gehen will, findet in Kazimierz das, was die Altstadt an Atmosphäre und Auswahl ergänzt: Craft-Bier zwischen 15 und 20 PLN, Cocktails in thematischen Bars um die 30 PLN und Hinterhöfe, in denen der Abend tatsächlich bis zwei, drei Uhr morgens weitergehen kann.

Mein ehrlicher Rat für euren Krakau-Abend: Den ersten Abend in der Altstadt beginnen, um die Budget-Ketten und ihre Snacks kennenzulernen; den zweiten oder dritten Abend in Kazimierz verbringen, um zu sehen, wie Krakau wirklich trinkt, wenn keine Touristenbusse mehr auf der Straße stehen. Dazwischen gibt es keinen Grund, mehr als 25 PLN pro Person für ein Getränk auszugeben – es sei denn, ihr steht gerade in der Cybermachina, spielt eine Runde, die ihr eigentlich nicht gewinnen wollt, und merkt: Genau diese Mischung aus billig, gemütlich und ein bisschen verrückt ist es, die Krakau von anderen Städten unterscheidet.

Häufige Fragen

Wo finde ich in der Krakauer Altstadt günstige Bars?
Die verlässlichsten Anlaufstellen für günstige Preise sind die Ketten Pijalnia Wódki i Piwa und BaniaLuka, die an mehreren Standorten in der Altstadt vertreten sind.
Was kostet ein Bier oder ein Shot in Krakau?
In den Budget-Ketten wie Pijalnia Wódki i Piwa kosten ein einfaches Bier oder ein klarer Shot etwa 9 bis 11,50 PLN.
Was kosten Cocktails in Krakauer Bars?
In Lokalen wie BaniaLuka oder Themenbars wie der Cybermachina liegen die Preise für Cocktails typischerweise zwischen 25 und 35 PLN.
Wo trinken die Einheimischen in Krakau am liebsten?
Ein Großteil der Einheimischen und Studierenden verbringt die Abende bevorzugt im Stadtteil Kazimierz, der für seine Hinterhöfe, Craft-Bier-Bars und eine weniger touristische Atmosphäre bekannt ist.
Welche traditionellen Snacks werden in den Bars serviert?
In den Budget-Lokalen werden polnische Klassiker wie Pierogi, die Mehlsuppe Żurek, Hering in Öl oder Bigos zu Preisen zwischen 10 und 22 PLN angeboten.