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Usbekistans architektonisches Erbe: Zehn Bauwerke der Moderne werden UNESCO-Welterbe

Usbekistan stellt zurzeit eine Architektur unter Welterbe-Schutz, die im kollektiven Gedächtnis oft nur als grau und funktional gilt: die Moderne des 20. Jahrhunderts.

aktualisiert 12. September 2026

Usbekistans architektonisches Erbe: Zehn Bauwerke der Moderne werden UNESCO-Welterbe

Wie die usbekische Präsidentschaft mitteilt, hat Präsident Shavkat Mirziyoyev umfassende Maßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes gesichtet. Im Mittelpunkt steht die Aufnahme von zehn Bauwerken in der Hauptstadt Taschkent in die UNESCO-Welterbeliste – ein Schritt, der auch für Reisende in historische Städte weltweit von Interesse ist.

Taschkents Moderne wird Weltkulturerbe

Bei der 48. Sitzung des Welterbekomitees wurde die nationale Nominierung „Modernistische Architektur Taschkents: Moderne und Traditionen Zentralasiens" in die Liste aufgenommen. Damit ist Usbekistan das erste Land in Zentralasien und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, dessen Architekturerbe des 20. Jahrhunderts diese internationale Anerkennung erhält. Die Auswahl umfasst zehn bedeutende Bauwerke in der Hauptstadt. Es ist die erste usbekische Eintragung in die Welterbeliste seit 25 Jahren. Auch der Sonnenheliokomplex blieb als Teil des Welterbes erhalten. Der neue Status eröffnet dem Land zusätzliche Möglichkeiten, die moderne Architektur zu bewahren, den Kulturtourismus zu stärken und internationale Fachleute anzuziehen. Ein eigenes Staatsprogramm für die Jahre 2026 bis 2030 soll die Moderne Taschkents gezielt fördern.

Heritage Impact Assessment für historische Städte

Vor dem Hintergrund einer raschen Bau- und Infrastrukturentwicklung führt Usbekistan ein neues Instrument namens Heritage Impact Assessment (HIA) ein. Es soll die historischen Städte Buchara, Samarkand, Chiwa und Schahrisabsz sowie die Moderne Taschkents vor Überformung schützen. Geplant sind zudem eine einheitliche digitale Plattform für Kulturerbe, digitale Zwillinge der Denkmale, ein offenes Datensystem sowie ein Lagezentrum. Die Überwachung soll über IoT-Sensoren, Satellitendaten, Videoanalyse und Werkzeuge mit künstlicher Intelligenz erfolgen. Bis 2030 sollen alle Kulturerbestätten digitalisiert sein.

Praktische Fortschritte und Investitionen

Für die Restaurierung von Kulturerbestätten hat der Staatshaushalt in den vergangenen Jahren 466,4 Milliarden Soum bereitgestellt. Projekt- und Kostenvoranschlagsdokumentation wurde für 305 Standorte erstellt, an 55 Objekten sind die Arbeiten abgeschlossen, an weiteren 152 laufen sie noch. Die Katasterdokumentation für 8.183 Stätten liegt vor. Kurzzeitpachtverträge für Denkmale haben 4.187 Unternehmen angezogen und 27,9 Milliarden Soum in den zuständigen Fonds eingebracht. Im Jahr 2025 flossen 152,9 Milliarden Soum an in- und ausländischen Investitionen in 52 Standorte. Parallel dazu läuft die Nominierung der natürlichen Stätte „Zaamin-Gebirge" für die Welterbeliste.