Warum historische Metropolen den Städtetourismus nach dem Sommer dominieren
Wer bei „Rom, London, Dublin, Paris" nur an Postkarten denkt, liegt falsch. Die Buchungsdaten des US-Automobilclubs AAA zum Labor-Day-Wochenende zeigen einen klaren Trend: Amerikanische Reisende…

Wer bei „Rom, London, Dublin, Paris" nur an Postkarten denkt, liegt falsch. Die Buchungsdaten des US-Automobilclubs AAA zum Labor-Day-Wochenende zeigen einen klaren Trend: Amerikanische Reisende suchen gezielt historische Hauptstädte – mit Führung, mit Struktur, mit echtem Bildungsanspruch. Was wie ein rein amerikanisches Reisephänomen wirkt, hat durchaus Signalwirkung für den gesamten europäischen Städtetourismus.
Vier Städte, ein Muster
Die internationale Top-Liste des AAA liest sich wie ein europäischer Geschichtskanon: Rom, London, Dublin, Paris. Die Gemeinsamkeit ist kein Zufall. Alle vier Städte bieten historische Kerne, die sich auf kurzen Wegen zu Fuß erschließen lassen. Guides erzählen Geschichte vom Römischen Reich bis zur Neuzeit, von der Wikingerzeit bis zur Belle Époque. AAA-Reiseberater bestätigen, dass Mitglieder besonders dann zur geführten Tour greifen, wenn sie sich nicht selbst um Logistik, Restaurants und Museumstickets kümmern wollen. Der Trend geht klar zur vororganisierten Bildungsreise – das Konzept funktioniert in jeder historisch dichten Stadt Europas.
Was die Zahlen verraten
Die Reisedaten zeichnen ein zweigeteiltes Bild. Inlandsflüge innerhalb der USA sind im Schnitt 2 Prozent teurer als im Vorjahr und kosten rund 750 Dollar pro Ticket. Flüge zu den gefragtesten Destinationen verteuern sich sogar um 20 Prozent auf knapp 800 Dollar. Internationale Flüge hingegen liegen 4 Prozent unter dem Vorjahreswert, im Schnitt 1.240 Dollar. Für Europareisende aus Übersee ein spürbarer Vorteil. Hinzu kommt: Die Nachfrage nach Alaska-Kreuzfahrten, Flusskreuzfahrten und Nationalpark-Rundreisen bleibt hoch – überall dort, wo Erlebnisse warten, die zu Hause nicht zu finden sind.
Früh buchen statt warten
Die wichtigste Botschaft steckt in einem Nebensatz der AAA-Mitteilung: Viele Mitglieder buchen bereits jetzt Touren und Kreuzfahrten für 2027, lange bevor diese ausverkauft sind. Für alle, die in den kommenden Monaten oder im nächsten Jahr eine Städtereise planen, ist das ein klarer Hinweis. Beliebte Führungen, bestimmte Termine und gut gelegene Unterkünfte in historischen Zentren füllen sich früh. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nicht bis zum Frühjahr warten. Auch beim Mietwagen zeigt sich ein typisches Muster: Laut Hertz ist der Freitag vor dem Labor-Day-Wochenende der gefragteste Abholtag – eine Dynamik, die an europäischen Feiertagswochenenden kaum anders aussieht.