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Digitale Brücke zwischen Frankfurt und Krakau: Ein Portal für den direkten Austausch

Wie die FAZ berichtet, hat Frankfurt das Projekt „Sister Cities Dialogue" gestartet — ein begehbares digitales Portal, das die Mainmetropole nacheinander mit Krakau, Birmingham und Lemberg verknüpft.

aktualisiert 16. September 2026

Digitale Brücke zwischen Frankfurt und Krakau: Ein Portal für den direkten Austausch

Was haben die Frankfurter Hauptwache und der Krakauer Rynek gemeinsam? In diesem September mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Wie die FAZ berichtet, hat Frankfurt das Projekt „Sister Cities Dialogue" gestartet — ein begehbares digitales Portal, das die Mainmetropole nacheinander mit Krakau, Birmingham und Lemberg verknüpft. Den Auftakt macht Krakau.

Hauptwache als Schwelle nach Krakau

Bis zum 23. September 2026 steht an der Frankfurter Hauptwache eine digitale Installation. Passanten können dort ohne Anmeldung mit Menschen in Krakau in Kontakt treten — in Echtzeit, mit Bild und Ton. Das Projekt soll nach Angaben der Stadt mehr sein als eine simple Videoverbindung: Moderatorinnen und Moderatoren begleiten die Begegnungen, in denen es um Alltag, persönliche Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven geht, ergänzt um Kultur-, Bildungs- und Beteiligungsformate. Die genauen Termine veröffentlicht das Referat für Internationale Angelegenheiten auf frankfurt.de unter dem Stichwort „Sister Cities Dialogue".

Die Krakau-Phase fällt mit dem 35-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zusammen — seit 1991 gibt es zwischen beiden Städten Schüleraustausche und gemeinsame Projekte. Sichtbar wird der Austausch in diesem Herbst durch mehrere konkrete Begegnungen: Das Frankfurter „Ensemble Modern" arbeitet mit dem Krakauer Ensemble Spółdzielnia Muzyczna zusammen, „JugendMachtFrankfurt" tritt mit dem Krakauer Jugendparlament in den Dialog, und Schulklassen beider Städte sind zu Treffen eingeladen.

Krakau als Brücke nach Osten

Parallel zur Frankfurter Installation läuft im Internationalen Kulturzentrum MCK die vierte Akademie des Kulturerbes für die Ukraine — ein Schulungsprogramm für ukrainische Kultureinrichtungen, das vom 15. bis 19. September 2026 den Einsatz neuer Medien und Technologien behandelt, von Digitalisierung und Virtual Reality bis zu Gamification und KI. Am 18. September (14:30–18:45 Uhr) sind die Fachvorträge im Foyer des MCK öffentlich zugänglich. Beide Initiativen — Frankfurter Portal und Krakauer Akademie — zeigen die Stadt in diesem Herbst als aktiven Knotenpunkt zwischen West und Ost, ein Profil, das sich auch in der dritten Etappe des Portals niederschlagen wird: Die für Mai 2027 geplante Phase mit Lemberg erhält nach den Worten von Eileen O'Sullivan (Volt), Frankfurter Dezernentin für Digitales und Internationales, angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine besondere Bedeutung. Das Portal solle eine direkte Verbindung zwischen den Menschen schaffen und Raum für Austausch und Solidarität bieten.

Die nächsten Etappen

Nach Krakau folgt vom 22. Oktober bis 4. November 2026 Birmingham, wo die seit 60 Jahren bestehende britisch-deutsche Partnerschaft im Mittelpunkt steht — sie entstand aus der Aussöhnung ehemaliger Kriegsgegner und hat sich über mehrere Generationen zu einer engen Verbindung entwickelt. Frankfurt unterhält insgesamt Partnerschaften mit 18 Städten auf vier Kontinenten. Dass Krakau als erste Station den Anfang macht, ist kein Zufall: Hier wurde 1991 der Grundstein für eine Verbindung gelegt, die jetzt — mitten auf einem der belebtesten Plätze der Mainmetropole — vorübergehend ein digitales Fenster zum Rynek öffnet.